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29.09.2010
Tschüs Bazaar - Willkommen Mercurial!
Vor etwa zwei Jahren bin ich von Subversion zu Bazaar gewechselt. Der Schritt vom zentralen zum verteilten Repositorium war kein großer Schritt für mich und ich hatte mich schnell an das “neue” Arbeiten gewöhnt.
Meine Wahl fiel damals auf Bazaar weil ich die Hoffnung hatte, dass sich dieses mit der Unterstützung durch Canonical am weitesten verbreiten würde und damit viele neue Lösungen entstehen würden. Immerhin war damals bereits MySQL auf Bazaar gewechselt.
Da bin ich nach zwei Jahren nun aber eines Besseren belehrt worden. Meine aktuelle IDE NetBeans kennt immer noch keine Unterstützung von Bazaar und es ist auch nicht abzusehen, ob und wann dies stabil der Fall sein könnte. Von einer brauchbaren GUI für Mac brauchen wir gar nicht erst zu reden. Ja, auch ich nutze in 99% der Fälle die Kommandozeile, aber manchmal ist eine grafische Darstellung von Changesets, wie es manche GUI anderer Versionskontrollsysteme bieten, sehr hilfreich.
Auch mein Wunsch nach einem Projekthosting, welches ich als Service nutzen kann, konnte ich mit Bazaar nicht realisieren. Launchpad hat für mich immer noch den Charme eines zusammengewürfelten Molochs. Ich wäre auch bereit dafür einen kleinen monatlichen Betrag zu zahlen. Da schaut man dann schon sehr neidisch auf github und Co.
Nun vor ein paar Wochen habe ich mich dann dazu entschlossen meine Bedürfnisse mit dem aktuellen Markt abzugleichen. Meine Anforderungen waren:
- Open Source Software
- Kommandozeilentool für alle gängigen Betriebssysteme
- GUIs von Drittanbietern für Macs, gerne auch kostenpflichtig
- Unterstützung durch NetBeans
- Seriöse Anbieter für Projekthosting im Internet
- Möglichkeit der Übernahme der Changesets
Viele der Versionskontrollsysteme (und es gibt wirklich eine Menge, war mir gar nicht so bewusst) konnten nur ein paar meiner Anforderungen abdecken. Am Ende standen zwei Systeme in der engeren Wahl: Git und Mercurial.
Git ist der aktuelle Hype in der Szene. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Angeboten für Projekthosting (ja, es gibt mehr als nur github) und auch das Angebot an Software ist relativ groß. Git wird nicht direkt von NetBeans unterstützt, aber es gibt ein funktionierendes Plugin.
Von Mercurial hatte ich schon vorher mal gehört, aber nie weiter verfolgt. Es gibt ebenfalls mehrere Angebote für Projekthosting und auch das Angebot an Software ist gut. Ein Pluspunkt ist, dass Mercurial direkt von NetBeans unterstützt wird. Also kein zusätzliches Plugin nötig.
Beide Systeme erfüllen alle meine Anforderungen. Am Ende hat mir Mercurial am besten gefallen. Man muss ja auch nicht immer jeden Hype mitmachen.
Als Projekthosting hatte ich mich für BitBucket entschieden. Da war in der kostenlosen Variante zwar die Anzahl der privaten Repositorien begrenzt, aber es musste ja nicht kostenlos sein, bin ja bereit für Leistung auch etwas zu bezahlen. Doch die Jungs hatten schwer mit ihrer Verfügbarkeit zu kämpfen. Der Service war oft nicht erreichbar oder quälend langsam. In ihrem Blog haben sie dann vor kurzem mitgeteilt, dass sie von Amazon EC2 auf Dedicated Server umgestiegen sind, und siehe da, schon war es deutlich besser. Grund für die schlechte Performance bei EC2 war laut ihrer Aussage der Hauptspeicher und das EBS. Interessant.
Heute nun hat BitBucket mitgeteilt, dass sie von Atlassian übernommen wurden. Die Firma ist insbesondere für Jira bekannt, für mich keine Unbekannte. Mal sehen, was aus dieser Verbindung erwächst. Die erste, mit der Übernahme verkündete Änderung finde ich zumindest sehr positiv: Alle Paket, also auch das kostenfreie, beinhalten nun eine nicht limitierte Anzahl an privaten Repositorien. Die Pakete unterscheiden sich nur noch durch die Anzahl der beteiligten Personen. Und das freie Paket beinhaltet gleich fünf solcher. Das reicht auch für kleine Firmen völlig aus. Ein echter Pluspunkt gegenüber github.
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